Winnetou Buch weg! 

Von: Michael Teiser

 

- Müssen jetzt auch Karl-May-Bücher verboten werden?

- Dürfen die Karl-May-Festspiele in Bad Seegeberg noch stattfinden? 

- Dürfen Kinder noch Cowboy und Indianer spielen?

Wegen angeblicher Einsicht, kulturelle "Aneignung" und "Rassismus " im Winnetou-Buch veröffentlicht zu haben, formulierte jetzt die Leitung des Ravensburger Verlages, dem Beispiel maoistischer Selbstkritik folgend, eine an die knapp 1.000 sich im Netz versammelten, meist anonymen Kritiker, gerichtete weinerliche Entschuldigung. "Man habe leider romantisierend die Gefühle Anderer verletzt, habe die Unterdrückung indigener Völker nicht berücksichtigt und sich einer kolonialistischen Erzählweise bedient."

Nun, was ist kulturelle ANEIGNUNG?

Niemand soll sich danach das Kulturgut, die Musik, die Kleidung, Verhaltensweisen oder auch nur die typische Frisur anderer Gesellschaften aneignen. Das führte beispielhaft dazu, dass die Veranstalter von FRIDAY FOR FUTURE erst vor kurzer Zeit der weißen Musikerin Ronja Maltzahn in Hannover den Auftritt verboten. Begründung: ihre Frisur … Dreadlocks … dürften nur jamaikanische Musiker tragen.
Also, da muss jeder Angst vor der Zukunft bekommen, wenn solche Kleingeister die Zukunft gestalten sollten.

Das kollektive, geistige Eigentum der Urvölker muss nach Ansicht mancher geschützt werden und darf nicht übernommen werden. Also: das Schottenmuster nur für schottische Produkte, Porzellanherstellung nur in China und Rockmusik nur, wenn sie aus den USA kommt. 
Kleidung als Poncho nur aus Mexiko und einen Zopf tragen, nur wenn sie Chinese oder Apache sind und Dreadlocks eben nur, wenn sie Jamaikaner sind.
Man merkt, so langsam reichts. Statt das Zusammenwachsen der Kulturen zu fördern und zu begrüßen, statt froh zu sein, wenn Kulturaspekte weiterverbreitet werden, will hier ein Netz-Mob das Gegenteil. 

Der Ravensburger Verlag setzt übrigens „sensitivity reader" ein. Die prüfen jeden Text auf "political correctness". Das könnte ein Beispiel sein für alle Verlage, Firmen, Schulen, Unis, alle Behörden, Vereine, Parlamente und NGOs. Schneller könnte man, möglichst Europaweit, nicht Millionen überflüssiger Arbeitsplätze schaffen. 

Ich meine, es reicht. Mag gendern wer's mag, mag in Regenbogenfarben rumlaufen wer's mag, eben jeder nach seinem Geschmack. Aber bitte nicht der Mehrheit den Minderheitsgeschmack aufzwingen. Schon gar nicht von öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten und linken Weltverbesserern.