... und dann war da noch ... Zur Wende gezwungen ist doch nicht gelungen

Es bedurfte gleich zweier journalistischer Lausbuben um das Märchen zu erzählen, der CDU-Vorsitzende sei zu einer Wende gezwungen worden. Durch wen ist dem Artikel leider nicht so ganz genau zu entnehmen. Denn es gibt keine Wende.

In der Sache bleibt es dabei: Erst wenn eine Durchgangslösung im Bereich Karstadt-Eulenhofgrundstück von den Havenwelten zur Bürger realisiert wäre, könnte das Grundstück Altes Finanzamt aus einer Betrachtung als Durchgangsbereich vom neuen Hafen zur Bürger herausgenommen werden. Das ist allerdings keine Wende, sondern der infrastrukturpolitischen Betrachtung folgend nur logisch. 

Das ständig wiederholte Märchen, im Koalitions-Vertrag zwischen SPD, CDU und FDP würde etwas von „grüner Wiese“ stehen, gewinnt durch ständiges Wiederholen nicht an Wahrheitsgehalt. Es scheint sich hierbei wohl eher um den Versuch zu handeln, eigentliche Hintergründe zu „verwursteln“.

Natürlich dürfen Journalisten auch ohne jegliche verkehrspolitische Begründung und ohne jegliche fachliche Begutachtung dafür eintreten, dass die Columbusstraße zurückgebaut wird.Man muss sich dann aber vorhalten lassen, nicht für die Interessen der Bürger und des Gemeinwohls zu handeln. Wird doch in der Stadt schon lange kolportiert, es gäbe eine gewisse Eigennutz-Betrachtung. Wer hat vor geplanten Bürohäusern, Wohnungen oder Hotel schon gerne das jetzige Verkehrsaufkommen der Columbusstraße? Mit reduzierter Hafenanbindung und als Wegfall der Hauptverkehrsachse wäre es sehr viel ruhiger. Also zurzeit gibt es keinen Grund und vor allem keinen Sinn, die Columbusstraße mit allen verkehrspolitischen Folgen (Abbiegespuren, Busspuren, Zufahrt zu Parkhäusern, Hafenzufahrt etc.) einspurig zu machen.

Letztendlich drückt man sich auch lausbubenhaft an der Wahrheit vorbei, wenn man den Eindruck erweckt, das Land Bremen hätte „unmissverständlich klar gemacht“, dass das Finanzamtsgrundstück nur zur Bebauung verkauft werden darf - und schon gar nicht nur an den im Artikel nicht genannten Investor. Nein, letztendlich ist jede Grundstücksfrage eine Preisfrage.