CDU weist Unterstellungen zurück und kritisiert aktuelle Notendiskussion

„Ich halte es für eine ausgesprochen unangemessene Unterstellung, uns einen aktuellen Informationsstand abzusprechen und nichts über das Geschehen an den Schulen zu wissen!“, weist Irene von Twistern, bildungspolitische Sprecherin der CDU die Vorwürfe der Schulleiterin Pupel energisch zurück. „Ebenso ist die Aussage zurückzuweisen“, sagt von Twistern, „dass das unterschiedliche Leistungsniveau der Schülerschaft ein neues Phänomen sei!“. Unterschiedliche Leistungsniveaus bei Schülern gäbe es schon solange, wie es Schüler und Schule gibt! „Herausfordernd wird dies aber dann, wenn man die Kinder der unterschiedlichsten Niveaustufen in einer Lerngruppe gemeinsam unterrichtet!“ von Twistern weiter. 
 
Dass sich diese hohe unterrichtliche Herausforderung anderer, stärker individualisierenden Unterrichtsformen bedienen müsse, sei nachvollziehbar, so von Twistern, habe aber mit der plötzlich wieder losgetretenen Aufgeregtheit um Schulnoten nur mittelbar etwas zu tun. Die Diskussion um das Pro und Kontra von Noten sei ebenfalls so alt, wie die Zensuren selbst. Auch in reformpädagogischen Ansätzen, weiß von Twistern, hat die Note ihren Platz. Eine Note erspare der Lehrkraft aber nicht die detaillierte und individuelle Dokumentation der Leistungsbeobachtung und -entwicklung eines Kindes. Diese muss mit Kind und Eltern regelmäßig und ausführlich besprochen werden, damit daraus dann ein Selbstbild und eine Motivation für das Kind werden kann. 
 
Von Twistern: „Aber ergänzende Noten, die durchaus modifizierbar wären, bieten zusätzlich auch einen Vergleichsmaßstab, der über das Selbstbild eines Kindes hinaus geht und ihm und seinen Eltern die Möglichkeit der Einordnung und Orientierung innerhalb einer Lerngruppe ermöglicht.“ 
 
Die Koalitionspartner in Bremerhaven haben in der KOA-Vereinbarung dem dringenden Wunsch aus der Lehrerschaft Rechnung getragen, Zeugnisse und Dokumentationen so zu gestalten, dass ihre Erstellung für Lehrkräfte zeitlich leistbar ist und von Eltern und Schülern besser verstanden werden, offenbar ein Anliegen, so von Twistern, das von Lehrkräften und ihrem eigenen Personalrat unterschiedlich gesehen wird.  
 
Von Twistern: “Sollten die überarbeiteten Leistungsdokumentationen jedoch am Ende dem Kind nicht mehr detailliert Auskunft über seine Kompetenzen in den einzelnen Fächern geben, sondern eher aus allgemeingültigeren Textbausteinen bestehen, die im Multiple ChoiceVerfahren angekreuzt werden können, dann stellt sich allerdings für mich wirklich wieder 

„Auch wenn ich als Vertreterin meiner Partei für Noten ab Klassenstufe 3-4 plädiere, stelle ich aber klar, dass für die CDU der von ihr unterschriebene Bremer Bildungskonsens sowie die KOA- Vereinbarung auf Stadtebene bindend sind! In beiden ist zurzeit keine zwingende Rückkehr zu Noten festgeschrieben worden.“