Klimawandel vor unserer Haustür – wie sich das Leben bereits heute verändert hat

Vortrag von Dr. Klaus Grosfeld vom AWI am 21.1.2020

Dass sich das Klima bereits verändert hat, sehen wir jedes Jahr, Überschwemmungen, niedrige Wasserstände, Waldbrände, Dürre, Starkregen mit riesigen Hagelkörnern, Temperaturen wie in diesem Winter, die kaum Minustemperaturen zeigen. Oft wird dies alles nur noch damit erklärt, dass wir zu viel Schadstoffe verursachen, die Industrie, Kraftwerke, Autos, alles Verursacher. Die Bevölkerungszahl unserer Erde lag vor etwa 100 Jahren bei ca 2 Milliarden Menschen, heute sind es ca 8 Milliarden, dass für diese Steigerung auch mit einem erhöhten Ausstoß von CO2 zu rechnen ist, liegt auf der Hand.

In der Artkis hat man Eisbohrkerne untersucht, bei denen die Luftzusammensetzung genau gemessen werden kann, dadurch lassen sich Rückschlüsse auf die Atmosphäre von früher ermitteln. Durch die stärkere Sonneneinstrahlung wird das Polareis immer mehr abgeschmolzen, pro Jahr sind dies 12,7 %.  Der Grund ist einfach zu erklären, wenn die Sonnenstrahlen auf  Eis oder Schnee auftreffen, werden sie reflektiert und in die Atmosphäre geschickt. Treffen sie allerdings auf Wasser oder Land auf, wird dies erwärmt und Eis schmilzt ab, die Gletscher verlieren unter Wasser ihre Masse. Der Anstieg des Meeresspiegels wird bis zum Jahr 2100 auf 40 – 60 cm berechnet. Die Temperatur in Norddeutschland hat sich in den Sommern der letzten Jahre um 4° C erhöht, dadurch ist die Bodenfeuchtigkeit stark zurückgegangen und außergewöhnliche Dürreperioden aufgetreten.

Was können wir tun? Zum Erzielen des Pariser Abkommens – die Erderwärmung auf max 2 ° zu begrenzen -  ist es erforderlich, Energie einzusparen und den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Dies erfordert alternative Technologien, es ist nicht damit getan, jetzt mit aller Gewalt Elektroautos zu forcieren, so lange der Strom aus Kohlekraftwerken kommt. Die Umweltbilanz bei diesen Fahrzeugen ist noch stark verbesserungsbedürftig. Was nützt ein Elektroantrieb z.B. für einen Mittelklassewagen, wenn für die Herstellung und den Betrieb soviel CO2 ausgestoßen wird, als wenn ein Verbrenner ca 100 000 km fährt? Windkraftanlagen und Solarenergie müssen verstärkt eingesetzt werden, es hilft nicht, wenn alle nach Windkraft rufen, aber niemand ein Windrad in seiner Nähe haben möchte. Alternative Technologien wir Wasserstoff müssen jetzt schnell entwickelt werden, daß dies geht, zeigt der mit Wasserstoff angetriebene Zug, der von Cuxhaven nach Buxtehude fährt, mit einer Tankfüllung kommt er 1000 km weit und hat sich bis jetzt bestens bewährt.

Dass sich unsere Jugend für das Klima interessiert ist gut und richtig, allerdings müssen die Demonstrationen sinnvollerweise nicht an einem Freitag am Vormittag während der Schulzeiten sein. Wenn man sich die Pisa-Studien betrachtet – hier schneiden unsere Schüler miserabel ab -   und den Ausfall von Stunden wegen fehlender Lehrer sieht, sollte die verlorene Zeit am Freitag besser dem Lernen gewidmet werden. Geht man aber einmal nach solch einer Demo an einem Fastfood Restaurant vorbei   und sieht dort die gleichen Leute wieder, die vorher auf der Demo waren, da fragt man sich, ob die Kinder wissen was sie tun. Stündlich wandern in Deutschland 320.000 Becher in den Müll, das ergibt 2,8 Milliarden pro Jahr, vom Gewicht her sind das ca 40.000 Tonnen, dazu kommt noch die Verpackung für die Speisen. Das Verschmutzen der Straßen mit diesem Abfall sei nur nebenbei erwähnt. Gibt es vielleicht auch mal eine Demo gegen diesen Müll?