Schmerztherapie im Alter

Vortrag am 10.9.2019 von Dr. Klaus Struck – Neurochirurg

 

Organe wie Leber und Nieren sind in zunehmendem Alter nicht mehr so ganz leistungsfähig, daher treten häufig Schmerzen auf. Man unterscheidet in:

Akute Schmerzen, das sind Warnsignale des Körpers nach Unfall, Verletzung, Herzinfarkt, Organentzündungen, Knochenbrüchen, Tumoren etc, und

Chronische Schmerzen, die eigentlich sinnlos sind, sie sind immer da und beeinflussen

das Leben. Sie entstehen am Schmerzrezeptor der Gelenke (Arthrose), an geschädigten Nerven nach einem Bandscheibenvorfall, nach einer Bandscheiben-OP und an beiden Strukturen gemischt. Weiterhin durch Verschleiß im Bewegungsapparat, Verschleiß der Wirbelsäule, Verengung im Spinalkanal, Osteoporose , Gürtelrose, Gesichtsneuralgien, Durchblutungsstörungen, Tumorschmerzen.

Im Alter verschlechtern sich die Nieren- und Leberfunktion, das Körperwasser nimmt ab, das Körperfett zu, aber auch das Schmerzempfinden wird weniger. Medikamente lagern sich im Fettgewebe ein, dies muß vom Arzt dringend beachtet werden.

Trauer, Angst, Einsamkeit etc tragen zur Chronifizierung bei Demenzkranken bei, sie sind oft nicht in der Lage, Schmerzen anzuzeigen.

Ab dem 71. Lebensjahr kann der Arzt bei Schmerzen dauerhafte Therapien verordnen, diese werden von den Krankenkassen bezahlt. Man sollte bei diesen Behandlungen allerdings nach dem Motto vorgehen: start slow – go slow, d.h. bei Medikamenten langsam beginnen, oral als Tablette, Tropfen oder Kapseln. Über den Verdauungsapparat kann genau dosiert werden. Bei chronischen Schmerzen ist ein festes Zeitschema für die Einnahme wichtig, wie, entscheidet der Arzt.

Für Schmerzmittel hat die WHO eine Stufenleiter festgelegt: Nichtopiate, leichte Opiate und starke Opiate, für die starken Opiate bedarf es eines besonderen Rezeptes. Die Dosierung wird individuell vom Arzt festgelegt, je nach Erkrankung.

Nichtopiate sind: Acetylsalicylsäure, (Aspirin), Paracetamol, Metamizol, Iboprofen, Diclofenac, Napoxen, Cleoxib, Etoricoxib. Man geht davon aus, daß im Jahr ca 3000 Menschen in Deutschland an diesen Medikamenten wegen falscher Einnahme  sterben.

An Nebenwirkungen können auftreten: Geschwüre im Magen/Darmbereich, Leberschäden, Nierenschäden etc.

Bei Opiaten kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Stürzen, Unsicherheit, Verstopfung und Sedierung kommen. Wechselwirkungen treten bei Alkohol, Benzodiazepinen (Valium), Antidepressiva, Neuroepileptika auf.  Alle Schmerzmittel bedürfen dringend der Kontrolle des Arztes.