Aktuelle Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft

Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände sprach am 17.9.2019 zum Thema: Aktuelle Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft

Als die Einladung an unsere Mitglieder erfolgte, hörte man verschiedentlich die Frage „ Was sollen wir mit dem Arbeitgeberpräsidenten, wir sind doch alles Rentner?“ Der sehr interessante Vortrag belehrte die Zweifler, immerhin hörten ca 90 Personen dem spannenden Bericht zu.

Herr Kramer ist der Sohn eines Unternehmers, studierte in Karlsruhe Wirtschaftsingenieurswesen und ist seit 1982 als Gesellschafter in der J. Heinr. Kramer Firmengruppe tätig. Gegründet wurde die Firma im Jahr 1901, der Geschäftsbereich liegt bei Schiffsbetriebstechnik, Energie, Windkraft, Dampferzeugung etc. Herr Kramer skizzierte die Lage in Berlin so, dass extrem gute wirtschaftliche Jahre hinter uns liegen, es nähert sich eine Änderung, die viele Einflüsse aus USA, England, Japan und China hat. Schwankungen in der Wirtschaft sind normal, aber Deutschland und die EU tun sich sehr schwer, Dinge zielstrebig und konsequent umzusetzen. Alles dauert zu lange, sh Hafentunnel, Offshore Terminal, Berliner Flugplatz. Andere Länder sind da viel schneller, China hat den größten Flugplatz der Welt in ca 4 Jahren aus dem Boden gestampft, wann unser Regierungsflugplatz endgültig fertig wird steht in den Sternen.

Oft ist auch die Umsetzung von Planungen falsch, man baut z.B. erst die Windräder, dann die Anschlußkabel, umgedreht, oder zu mindest parallel hätte es laufen müssen. Die installierten Windräder können den produzierten Strom nicht an Land bringen und müssen daher abgeschaltet bleiben, Schilda lässt schön grüßen!

Staatliche Regelungen machen viele Dinge zu bürokratisch, Firmen aus allen Bereichen leiden darunter, es gibt zu viel Papierkrieg. Man ist zu ängstlich bei neuen Entwicklungen, von künstlicher Intelligenz bis zur Brennstoffzelle, der Staat sollte sich aus technischen Entwicklungen heraushalten, diese aber fördern. Strukturentscheidungen sind zu langsam, alles muß schneller gehen, ab 2030 fehlen in Deutschland 6 Mio Arbeitskräfte – Ausbildung ist das Wichtigste. Ressourcen werden häufig verschwendet, es ist vernünftig über CO2 nachzudenken, aber mit Verstand. Leute auf dem Land müssen in die Lage versetzt werden, mit dem Auto zur Arbeit fahren zu können.

Deutschland allein kann nichts ausrichten, Europa ist eine Chance, nicht das Risiko.