Würdiges Leben bis zuletzt

Von: Klaus Gnerlich

Vortrag von Felix Sommerlik und Andrea Neuhaus am 19.02.2019

bei der Senioren Union

Im Jahr 1991 wurde von dem heutigen Ehrenvorsitzenden Felix Sommerlik der als eingetragener und als gemeinnützig anerkannter Verein HOMBRE (abgeleitet von Hospizmodell Bremerhaven) gegründet. Er unterliegt den Qualitätskriterien des deutschen Hospiz- und Palliativverbandes und ist mit der Sparte "Augenstern" Mitglied im Bundesverband Kinderhospiz e.V.

Das Modell kommt aus London, im St. Lukes Hospital arbeitete die Krankenschwester Cicely Saunders in den 1940er Jahren. Die nicht gerade humane Behandlung von Sterbenden veranlasste sie, sich hier mehr zu engagieren. Nachdem ein Patient ihr sein Vermögen von 500 Brit.Pfund vermachte, eröffnete sie damit ein Sterbehaus. In den 1960er Jahren gründete sie dann das St. Christopher`s Hospice, das sie bis 1985 leitete. In dieser Einrichtung wurde nicht nur die medizinische, sondern auch eine psychische und soziale Betreuung durchgeführt und damit der Grundstein für die Hospizbewegung gelegt.

Leider ist es in Bremerhaven bis jetzt nicht gelungen, ein Hospiz zu eröffnen, die Planungen waren schon in der Villa Schocken weit fortgeschritten, jedoch scheiterte es letztlich. Die Hoffnungen ruhen jetzt auf einem neuen Investor. In Bremerhaven und umzu ist ein Bedarf von ca 20 Betten, die pro Tag ca € 275,00 kosten. Davon werden 95 % von Kranken- und Pflegekassen übernommen, der Rest kommt von Spendern, für den Kranken ist die Behandlung kostenlos. Infrage kommen Personen mit einer fortgeschrittenen und lebens- begrenzter Krankheit.

Die Betreuung durch die überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeiter von HOMBRE erfolgt in Krankenhäusern, Pflegeheimen und auch zu Hause. Das Ziel ist es, die letzte Zeit durch moderne Therapien ohne Maschinen schmerzlindernd zu gestalten, ebenso aber auch auf die Angehörigen einzugehen.

"Augenstern" begleitet Kinder und Jugendliche aber auch Kinder, deren Elternteil lebensbedrohlich erkrankt ist. Es wird Entlastung der anderen Familienmitglieder angeboten und Freiräume für den Alltag geschaffen.

Des Weiteren wird individuelle Trauerbegleitung von Kindern, von Eltern verstorbener Kinder und von Erwachsenen angeboten.

Die Koordinierung all dieser Dienste wird von Andrea Neuhaus vorgenommen, die auch Beratungen und Unterstützung in Krankenhäusern durchführt. Es gibt in Bremerhaven 57 Sterbebegleiter und 11 Personen für die Begleitung von Geschwisterkindern und Elternteilen in der Gruppe Augenstern.
Welcher Sterbebegleiter jeweils infrage kommt, wird durch einen Besuch bei dem Kranken individuell festgelegt, die Personen müssen zusammen passen.

Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.