Wasserstoff- und Brennstofftechnologie bewegt uns

Von: Klaus Gnerlich

Vortrag von Dipl.-Ing. Claas Schott bei der Seniorenunion am 05.05.2018

Viele Leute bringen Wasserstoff sofort mit der Wasserstoffbombe in Verbindung oder erinnern sich an den Chemieunterricht, wenn flüssiger Wasserstoff mit Sauerstoff zusammenkommt, entsteht das Knallgas.

So gefährlich ist Wasserstoff eigentlich gar nicht, in der Tabelle liegt Wasserstoff sogar noch günstiger als unser Erdgas, das mittlerweile in fast jedem Haus vorhanden ist.

Der Verein H2BX in Bremerhaven hat sich zum Ziel gesetzt, die Wasserstofftechnologie in unserer Region voranzubringen. Das Kürzel H2BX setzt sich wie folgt zusammen: H2 ist das Zeichen für Wasserstoff, BX die alte Kennung aus der Fischerei für Bremerhaven.

Alle Welt redet von Umweltbelastungen durch Abgase, die durch die Industrie, Motoren, Kraftwerke etc entstehen, da fragt man sich schon, warum die Wasserstofftechnologie nicht durch unsere Regierung und die Industrie vorangetrieben wird. Die Technologie ist eigentlich schon über 100 Jahre alt, wird aber leider nicht entsprechend entwickelt. Strom ist hier im Norden im Überfluß vorhanden, wie oft sieht man Windräder, die stillstehen.

Durch Elektrolyse wird Wasser mit Strom in die Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt und später in einer Brennstoffzelle reagiert dann der Wasserstoff wieder mit Sauerstoff aus der Luft und erzeugt Wasser, Strom und Wärme. Mit diesem Strom können dann Fahrzeuge und Maschinen angetrieben werden, Emissionen gibt es nur in Form von klarem Wasser - umweltfreundlicher geht es nicht.

Während bei Fahrzeugen mit akkugetriebenen Elektromotoren sehr viel Umweltbelastungen durch die Herstellung der Batterien auftreten, ist Wasserstoff die sauberste Lösung. Ein Elektrobus schleppt z.B. ca 5 t an Batterien mit sich, was verständlicherweise einen großen Teil der Energie verbraucht. In einem Kilogramm Wasserstoff steckt etwa dreimal so viel Energie wie in einem Kilogramm Erdöl.

Leider wird in Deutschland die Ingenieurskunst vermisst, die diese Technologie vorantreibt, andere Länder machen es uns vor. In Japan gibt es bereits eine Serienfertigung von Autos mit Wasserstoffantrieb, in Frankreich wurde der wasserstoffgetriebene Zug gebaut, der in Kürze von Cuxhaven nach Bremerhaven fährt. Die deutschen Automobilhersteller tun sich mit dieser Technologie sehr schwer, es sind zwar Prototypen vorhanden, aber man könnte meinen, sehr viel Potential wurde in die Entwicklung von Elektroautos gesteckt, die aber offensichtlich beim Verbraucher nicht so richtig ankommt. Wer möchte schon ein Auto fahren, das nur eine geringe Kilometerzahl mit einer Ladung schafft und dann für eine längere Zeit an der Ladestation hängt.

Verständlicherweise sind die Wasserstoff-Autos noch sehr teuer, aber eine günstigere Produktion kann erst mit einer großen Fertigungsserie durchgeführt werden. Wenn man einmal etwas zurückdenkt - vor ca 30 Jahren wurde mit dem C-Netz das erste Autotelefon verkauft, der Preis lag bei etwa DM 5.000,--, die heutigen Mobiltelefone leisten soviel wie ein Computer und sind für fast jeden erschwinglich.

Da wir in Deutschland viel zu viel Strom erzeugen, wird dieser nach Österreich und Holland fast verschenkt, wenn wir allerdings in Spitzenzeiten mehr Energie benötigen, kaufen wir diese zu hohen Preisen aus Österreich zurück!! Jule Verne sagte vieles voraus, u.a.: Das "Wasser ist die Kohle der Zukunft". Wie recht er doch hatte. Wasserstoff ist die Energie der Zukunft.