Wasserstoff- und Brennstofftechnologie bewegt uns – Vortrag von Dipl.-Ing. Claas Schott am 3. Mai 2018

Viele Leute bringen Wasserstoff sofort mit der Wasserstoffbombe in Verbindung oder erinnern sich an den Chemieunterricht, wenn flüssiger Wasserstoff mit Sauerstoff zusammenkommt, entsteht das Knallgas.So gefährlich ist Wasserstoff eigentlich gar nicht, in der Tabelle liegt Wasserstoff sogar noch günstiger als unser Erdgas, das mittlerweile in fast jedem Haus vorhanden ist.Der Verein H2BX in Bremerhaven hat sich zum Ziel gesetzt, die Wasserstofftechnologiein unserer Region voranzubringen. Das Kürzel H2BX setzt sich wie folgt zusammen: H2 ist das Zeichen für Wasserstoff, BX die alte Kennung aus der Fischerei für Bremerhaven.Alle Welt redet von Umweltbelastungen durch Abgase, die durch die Industrie, Motoren,Kraftwerke etc entstehen, da fragt man sich schon, warum die Wasserstofftechnologie nicht durch unsere Regierung und die Industrie vorangetrieben wird. Die Technologie ist eigentlich schon über 100 Jahre alt, wird aber leider nicht entsprechend entwickelt. Strom ist hier im Norden im Überfluss vorhanden, wie oft sieht man Windräder, die stillstehen. Durch Elektrolyse wird Wasser mit Strom in die Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt und später in einer Brennstoffzelle reagiert dann der Wasserstoff wieder mit Sauerstoff aus der Luft und erzeugt Wasser, Strom und Wärme. Mit diesem Strom können dann Fahrzeuge und Maschinen angetrieben werden, Emissionen gibt es nur in Form von klarem Wasser – umweltfreundlicher geht es nicht. Während bei Fahrzeugen mit akkugetriebenen Elektromotoren sehr viel Umweltbelastungen durch die Herstellung der Batterien auftreten, ist Wasserstoff die sauberste Lösung.Ein Elektrobus schleppt z.B. ca 5 t an Batterien mit sich, was verständlicherweise einen großen Teil der Energie verbraucht. In einem Kilogramm Wasserstoff steckt etwa dreimal so viel Energie wie in einem Kilogramm Erdöl.  Leider wird in Deutschland die Ingenieurskunst vermisst, die diese Technologie vorantreibt,andere Länder machen es uns vor. In Japan gibt es bereits eine Serienfertigung von Autosmit Wasserstoffantrieb, in Frankreich wurde der wasserstoffgetriebene Zug gebaut, der in Kürze von Cuxhaven nach Bremerhaven fährt. Die deutschen Automobilhersteller tun sichmit dieser Technologie sehr schwer, es sind zwar Prototypen vorhanden, aber man könntemeinen, sehr viel Potential wurde in die Entwicklung von Elektroautos gesteckt, die aberoffensichtlich beim Verbraucher nicht so richtig ankommt. Wer möchte schon ein Autofahren, das nur eine geringe Kilometerzahl mit einer Ladung schafft und dann für eine längereZeit an der Ladestation hängt.Verständlicherweise sind die Wasserstoff-Autos noch sehr teuer, aber eine günstigere Produktion kann erst mit einer großen Fertigungsserie durchgeführt werden. Wenn man einmal etwas zurückdenkt – vor ca 30 Jahren wurde mit dem C-Netz das erste Autotelefonverkauft, der Preis lag bei etwa DM 5.000,--, die heutigen Mobiltelefone leisten soviel wieein Computer und sind für fast jeden erschwinglich.Da wir in Deutschland viel zu viel Strom erzeugen, wird dieser nach Österreich und Hollandfast verschenkt, wenn wir allerdings in Spitzenzeiten mehr Energie benötigen, kaufen wir diese zu hohen Preisen aus Österreich zurück!!Jule Verne sagte vieles voraus, u.a.: Das „Wasser ist die Kohle der Zukunft“. Wierecht er doch hatte. Wasserstoff ist die Energie der Zukunft.

Vortrag von Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner

Von: Klaus Gnerlich

Am 16.01.2018 bei der Senioren Union

Herr Prof. Pörtner ist Kovorsitzender des Weltklimarates und referierte zum Thema "Ozeane im Klimawandel - Der Blickwinkel des Weltklimarates"

Die Meere werden immer wärmer, sie versauern und verlieren an Sauerstoff, das Eis an den Polen schmilzt und der Meeresspiegel steigt.Gemäß des Pariser Klimaabkommens von 2015 soll die globale Erdewärmung unter 2° liegen, gemessen an dem Temperaturwert von 1850, wenn möglich soll er unter 1,5° bleiben.

Der Weltklimarat unterrichtet die Politik über die Werte zur Klimawende, dazu wurden 4 Arbeitsgruppen gebildet. Alle 5 Jahre erfolgt eine Bestandsaufnahme was erreicht wurde und was zu tun ist.

Die Erdoberfläche ist zu 70% von Ozeanen bedeckt, diese erzeugen die Hälfte des Sauerstoffs und liefern 20% der Proteine. Im Wasser befindet sich eine reichhaltige Artenvielfalt aber auch Korallenriffe, die von Algen leben. Vom Algensterben speziell im Barrier Reef vor Australien wurde schon viel berichtet, verschwinden die Algen durch zu hohe Wassertemperaturen, sterben die Korallen ab. Das Barrier Reef hat bereits die Hälfte der Korallen verloren, gemessen ab 1986, bei einer Erwärmung um 1,5° werden 90% des Riffs tot sein.

Die Meere absorbieren 90% der Wärme und 25% des Kohlenstoffdioxids, sie dehnen sich aber durch die Aufnahme von Schmelzwasser aus, dadurch hebt sich der Meeresspiegel und bringt somit viele Inseln in Gefahr. Wenn theoretisch alles Eis schmelzen würde, hebt sich der Meeresspiegel um 65 m. Die Erwärmung liegt jetzt bei 1° (ab 1850), man hat errechnet, dass die Grenze von 1,5° bereits bis zum Jahr 2040 erreicht werden kann, wenn nicht in erheblichem Umfang gegengesteuert wird. Die einzige Möglichkeit die Ozeanversauerung zu bekämpfen, ist die Verringerung des Ausstoßes von Kohlendioxid. Es würde allerdings viele Tausend Jahre dauern, bis sich das Wasser vollkommen erholt hat.

Die Wassererwärmung hat auch Einfluß auf den Fischfang, die Tiere wandern in kältere Gewässer ab, dies können wir ja auch bereits in der Nordsee feststellen, hier haben sich Arten aus südlicheren Breiten angesiedelt, die vor ein paar Jahrzehnten noch nicht hier waren.

Starke Auswirkungen der Erwärmung und Sauerstoffmangel sind Ursachen des Klimawandels. Wirtschaftliche Schäden durch Extremereignisse wie Überflutungen werden künftig keine Seltenheit mehr sein.Durch Hitzewellen werden Gegenden entstehen, die für Menschen nicht mehr geeignet sind. Auf der anderen Seite hat man errechnet, dass der Wasserspiegel an unseren Küsten gegen Ende des Jahrhunderts um etwa 6 m steigen könnte, wenn hier nicht entsprechend gegengesteuert wird.