Busreise vom 29.5. bis 2.6.2019 zur Mecklenburgischen Seenplatte

1. Tag: Anreise mit angenehmem Bus und gutem Fahrer. Die ausgezeichnete Betreuung während der Fahrten kam von Ingrid und Manfred Petersen, die sich um alles kümmerten. Um Aufenthalt auf Raststätten zu begrenzen, wurde in der Mittagszeit ein 4-Gänge Menue serviert: Wurst, Brot, Senf und Gurke, hat allen gut geschmeckt.
2. Tag:  Burg Stargard, Neustrelitz, Mirow, Neubrandenburg
Durch herrliche Laubbaumalleen ging es zur Burgruine Stargard, die nördlichste
Höhenburg aus dem 13. Jahrhundert, gleichzeitig ältestes Bauwerk von Meck.-Pom.
Weiter  nach Mirow (Mirow bedeutet Ort des Friedens)
Bei der Gelegenheit erfuhren wir auch, warum viele Orte auf …OW enden, dies kommt
aus dem Slawischen und bedeutet Ort.
Auf einer Halbinsel befindet sich ein Schloß, genannt Drei-Königinnen-Palais mit einem
Kavalierhaus, einer Liebesinsel mit dem Grabmahl von Friedrich VI. Gegründet wurde
diese Anlage als Komturei des Johanniterordens, der Jakobspilgerweg führt an der Kirche vorbei.
Neurandenbug ist die drittgrößte Stadt in Meck.-Pom, wird auch die Stadt der 4 Tore genannt.
Sie befindet sich am Rande der Seenplatte in einer von der Eiszeit geformten  Hügelland-schaft. Ein Wahrzeichen ist die im 13. Jahrhundert gebaute Marienkirche. Sie ist im
2. Weltkrieg ausgebrannt und ging im Jahr 1975 ins Eigentum der Stadt über, dadurch
erfolgte eine Planung für eine Neunutzung. Es wurden Pläne für eine Konzerthalle entwickelt,
jedoch wieder auf Eis gelegt. Erst nach der Wende im Jahr 1996 wurde ein europaweiter
Wettbewerb ausgeschrieben, den ein Professor aus Finnland gewann, die Eröffnung erfolgte
im Jahr 2001. Außer den Ziegelwänden sieht man Stahl, Glas und Holz. Die Orgel mit
2852 Pfeifen von 6 -11 m Länge ist 8 m hoch und 12 m lang. 809 Besucher können eine
hervorragenden Klang mit Akustik auf Weltniveau erleben, es finden Gastspiele mit großen
Stars aus der klassischen Musikszene statt.
Bei der Durchfahrt durch die Stadt fiel ein sehr langgezogener Plattenbau auf, hier residierte
die Stasi für den nördlichen Bereich von Meck-Pom.  Ebenfalls hier angesiedelt war ein
Betrieb für Wartung und Reparatur von russischen Panzern, der das gesamte Gebiet
bediente.
3. Tag: Waren und Müritzsee
Müritz heiß „Kleines Meer“ und Einheimische sprechen von „die Müritz“ in Anlehnung
an die Nord- oder Ostsee. Der See ist 117 km² groß und von Nord nach Süd 27 km lang,
die tiefste Stelle ist ca 30 m. Es ist der größte See Deutschlands, man sollte meines das ist
der Bodensee, aber dieser hat auch Gebiete in Österreich und der Schweiz.
Waren hat ca 22.000 Einwohner und wenig Industrie, es gibt aber einen Hersteller von
Schiffsschrauben, der weit über die Grenzen von Deutschland bekannt ist. Auf einer
Rundreise mit der „Tschu Tschu Bahn“ erhielten wir Infos zu Stadt, sie ist das touristische
Zentrum der Großseenlandschaft, das Tor zum Müritz-Nationalpart, ist ein Soleheilband, das
die Sole aus ca 1500 m Tiefe pumpt, die Wärme wird gleichzeitig zum Beheizen von 1800
Wohnungen genutzt.
Im Nationalpark brüten ca 30 Seeadlerpaare, im Herbst rasten Grau- und Blässgänse sowie
tausende von Kranichen. 30 Wisente leben in einem Gehege und können von einem Schaugatter aus beobachtet werden. Eine Fahrt auf dem Müritzsee beendete den Ausflug.
 Die Rückfahrt führte an dem Ort Ankershagen vorbei, hier lebte Heinrich Schliemann, der
die antike Stadt Troja ausgrub. Ein Teil der Funde lagert in seinem Elternhaus, ein umgebautes Pfarrhaus, jetzt als Schliemann-Museum zu besuchen, zusammen mit einem
Trojanischen Pferd.
4. Tag: Usedom
Usedom ist nach Rügen die zweitgrößte Insel der Ostsee, der Name kommt aus dem
Slawischen und bedeutet Mündung, gemeint ist die Mündung der Peene. Seit 1945
gehört der äußerste östliche Zipfel zu Polen. Usedom ist die sonnenreichste Ostseeinsel
mit ca 1900 Sonnenstunden im Jahr.
Die wichtigsten Kaiserbäder sind Heringsdorf, Ahlbeck und Bansin. Ahlbeck liegt ganz
im Osten an der Grenze zu Polen, das Wahrzeichen ist die 1899 gebaute Seebrücke.
(Seebrücken  sind überall in der Ostsee zu finden, sie dienten dazu, das Anlagen von
Schiffen zu den Orten zu ermöglichen, da die Ufer sehr flach abfallen)
Die ehemalige Fischerkolonie entwickelte sich zu einem exklusiven Seebad, das auch durch
die jodreiche Sole berümt wurde.
Das bekannteste Seebad ist Heringsdorf, viele Gebäude der Bäderarchitektur wurden
privatisiert und saniert. 1995 entstand die neue Seebrücke, Reste der alten sind noch
vorhanden. Ein ca 40 m breitet Sandstrand erstreckt sich mit einer Länge von 42 km von
Swinemünde bis Peenemünde.
In Koserow wurden die Salzhütten besucht, hier lagerte man Salz, das „Weiße Gold“,
denn nur damit konnte man die Heringe für eine gewisse zeit konservieren. Eine Räucherei
hat sich dort angesiedelt und bietet frische Ware zum Kauf an.
Auf dem Rückweg ein kurzer Stopp in Peenemünde, Fotos von den berühmten
Raketen V1 und V2 konnten gemacht werden. diese waren die Grundlage der heutigen
Düsenflugzeuge.
In Wolgast konnte das „Blaue Wunder“ bestaunt werden, es ist eine riesige Zugbrücke, über
die Fahrrinne zur Peene-Werft, diese gehört bekanntlich zur Lürssen Werft aus Bremen.
Entlang des Weges findet man immer noch viele abgezäunte Gebiete, sie sind noch
Zeugenisse aus der russischen Besatzung, es wird immer noch Munition gefunden.
5. Tag: Rückreise
Bis Hamburg klappte es gut, es ging vorbei an der abgesackten A 20, eine Brücke
steht, davor und dahinter ist die Straße ca 5 m abgesackt.
Ab Hamburg der übliche Sonntagnachmittagverkehr mit vielen Staus, unser Fahrer
brachte uns sicher zurück.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kriegsgräber

Von: Klaus Gnerlich

Die Senioren Union beim Vortrag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Frau Isar Nolle, Landesgeschäftsführerin des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge aus Bremen referiert zu dem Thema "Wer an Europa zweifelt, sollte Soldatenfriedhöfe besuchen"

Die Soldatenfriedhöfe zeigen die ganze Tragik der großen Kriege. Im Jahre 1919, also nach dem ersten Weltkrieg, wurde die Kriegsgräberfürsorge gegründet, sie pflegt im Auftrag der Bundesrepublik deutsche Gräber im Ausland - nicht nur von Soldaten, sondern auch von anderen, die im Krieg umgekommen sind. Diese haben laut internationalen Abkommen ein "dauerndes Ruherecht", d.h. sie dürfen nicht entfernt werden, erlaubt ist es jedoch, eine Umbettung von kleineren Feldern oder Einzelgräbern auf größere Friedhöfe vorzunehmen. Im Jahr 2017 erfolgten 27.100 solcher Umbettungen.

Die Schirmherrschaft übernimmt der jeweilige Bundespräsident. Die Organisation betreut Anfragen in Fragen von Kriegsgräbern, mit den heute zur Verfügung stehenden Daten - es sind mittlerweile 4,9 Mio Datensätze - können auch Auskünfte über lange zurückliegende Grabstätten gegeben werden.

Es werden kostengünstige Reisen zu Gräbern angeboten und dadurch auch die Begegnung junger Menschen gefördert, die in den Ferien an Einsätzen zur Pflege der Gräber teilnehmen. In der Obhut des Verbandes befinden sich 833 Kriegsgräberstätten in 46 Staaten mit 2,7 Mio Kriegstoten. Jedes Jahr werden heute noch ca 35.000 Anfragen über den Verbleib von Angehörigen gestellt, der Volksbund arbeitet eng mit dem Roten Kreuz zusammen.

Die Finanzierung erfolgt durch die Bundesrepublik, der Rahmen reicht allerdings nicht aus, so dass man auf Mitgliedsbeiträge, Spenden, Erbschaften und Sammlungen angewiesen ist. Heute, am 2.2.2018, jährt sich das Ende der Schlacht um Stalingrad zum fünfundsiebzigsten Male, es werden von den Regierungen Kränze niedergelegt in der Hoffnung, dass sich solche Ereignisse niemals wiederholen werden.