In einer Krise die Chance erkennen – Vortrag von Dieter Petram am 9.4.2019

Krisen gibt es viele, in der Politik, der Wirtschaft, den Banken etc, aber das Schicksal
ist auch eine Chance, das hat Dieter Petram im Leben sehr oft erfahren.
 
Nach 4 Jahren Volksschule wurde sein Vater zum Lehrer zitiert, was bei ihm schon einmal
großes Nachdenken bewirkte – man weiß ja nie. Aber es war nur ein Gespräch um eine
weiterführende Schule, der Lehrer hätte es gern gesehen, wenn D.P. das Gymnasium besucht.
Der Vater meinte allerdings, wenn schon mehr als 8 Jahre, dann reicht auch die Realschule.
Im Anschluß begann er eine Lehre als Yacht- und Bootsbauer, die er bereits nach 2 ¼“ Jahren
beenden konnte, dann ging er mit 18 Jahren zur Hochschule nach Bremerhaven, Abt. Schiffbau.
Bisher war alles gut gelaufen, als jedoch der Vater bei einem Autounfall ums Leben kam,
war es für den 21-Jährigen keine Frage, er musste Mutter und Familie ernähren. Kurze Zeit
danach ging er mit dem Schweißgerät seines Vaters zum Hafen und erledigte dort kleinere
Arbeiten, die die großen Firmen nicht ausführen wollten.
In den 70er Jahren gab es Arbeit satt und Petram hatte bereits eine Mannschaft von 12 Leuten, mit denen er überall bekannt wurde. Als er dann den Auftrag erhielt, merkwürdige Kisten (Container) an Deck festzumachen, kam die nächste Chance, er uns seine Leute wurden
Spezialisten fürs Laschen von Containern. Als dann die Seebeckwerft im Jahr 1978 anfragte,
ob er ein Vollcontainerschiff umrüsten könne, war das der große Durchbruch, seine Firma
wurde jetzt „der“ Schweißbetrieb für die Bremerhavener Werften.
In der Werftenkrise Ende der 70er Jahre wurde Petram Mitgesellschafter eines Docks,
dass die Seebeckwerft verkaufte. Dieses Dock war der Beginn der Bredo-Werft, der Name
Bredo bedeutet Bremerhavener Dockgesellschft und gehört heute den Familien Petram und
Rönner.
Anfang 1995 wurde das MWB übernommen und 1999 wiederverkauft, Petram will ein
Buch schreiben und zieht sich nach Mallorca zurück. Diesen Plan hat er schnell wieder
verworfen, stattdessen mit einem Bekannten eine Yacht gekauft, diese nach Istanbul
überführt und dort innerhalb einer Woche wiederverkauft.
2003 kaufte er wieder die Motorenwerke und besorgte aus den USA ein größeres Dock.
Er erhielt dann viele Aufträge, doch es fehlte an Personal. Im Jahr 2008 kaufte er dann
die Seebeckwerft mit dem 3. Dock, und schließlich 2011 die Lloyd Werft.
Mit dem Bau der „Leona“ in 2014 wurde ein neuer Markt erschlossen, das Schiff dient zum
Verlegen von Pipeline-Rohren.
Nach dem Verkauf der Lloydwerft im Jahr 2015 an die Genting-Gruppe widmet sich
Petram dem Immobiliengeschäft. Im Westen des Neuen Hafens liegt die Schaltzentrale.
Das „The Liberty“ Hotel wurde mit Geld von Petram gebaut, ebenfalls „Port Marina 26“
mit 144 Eigentumswohnungen in 5 Komplexen.
Vom Ruhestand hält Petram nichts, als Genting bei ihm anrief, ob er die restlichen 50%
nicht verkaufen wollte, zögerte er nicht lange, ihm waren sofort 3 Sachen eingefallen,
was er mit dem Geld anfangen sollte, was aber mit Ruhestand nichts zu tun hatte.
 
Wie lautet doch sein Wahlspruch: In jeder Krise steckt der Beginn von etwas Neuem.