Senvion schließt Rotorblattfertigung in Bremerhaven

Von: Karin Tuczek

Mit dem kürzlich novellierten Erneuerbare-Energien-Gesetz 2017 und den darin festgelegten reduzierten Ausbauzielen ist das falsche Signal zur Sicherung der Energiewende gesetzt worden. Das trägt mit dazu bei, dass Senvion die Produktionsstätte in Bremerhaven schließt und die Fertigung nach Portugal verlegen wird, um Kosten zu reduzieren. Leider hat auch der maritime Koordinator bei der Abstimmung im Bundestag gefehlt als es um das novellierte EEG 2017 ging. Da hätte die Branche mehr Unterstützung gebraucht. Die Windbranche braucht die notwendige Infrastruktur und geht dorthin, wo die Bedingungen optimal sind. Deswegen ist auch die Fertigstellung des OTB in Bremerhaven dringend. Seit acht Jahren wird über den OTB geredet. Und was ist passiert? Diese Zeiträume sind einfach zu lang. Da geht das in anderen Ländern alles viel schneller.

Die MIT fordert den Ausbau des Stromnetzes in der Nordsee zu beschleunigen. Nachdem der Netzausbau in der Ostsee für den Windpark Wikinger vor dem Zeitplan fertig gestellt wurde, ist Tennet augenscheinlich nicht in der Lage, die entsprechenden Netze in der Nordsee zu verlegen. Deswegen fordert die MIT, dass weitere Unternehmen aufgefordert werden, die notwendigen Netzanschlüsse herzustellen und damit Tennet zu entlasten. Außerdem muss geprüft werden, wie schnellere Genehmigungsverfahren, gerade bei den Trassen an Land, erreicht werden können.

Deutschland hatte sich eine Vorreiterfunktion in Bezug auf die Energiewende erarbeitet und darf jetzt nicht auf halber Strecke stehen bleiben. Die Windbranche braucht Planungssicherheit und nicht jährliche Änderungen der Ausbauziele, die aus Sicht der MIT nicht ausreichend sind und wieder erweitert werden müssen. Dafür wird sich die MIT auf Landes- und Bundesebene einsetzen.