Vortrag von Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner

Von: Klaus Gnerlich

Am 16.01.2018 bei der Senioren Union

Herr Prof. Pörtner ist Kovorsitzender des Weltklimarates und referierte zum Thema "Ozeane im Klimawandel - Der Blickwinkel des Weltklimarates"

Die Meere werden immer wärmer, sie versauern und verlieren an Sauerstoff, das Eis an den Polen schmilzt und der Meeresspiegel steigt.Gemäß des Pariser Klimaabkommens von 2015 soll die globale Erdewärmung unter 2° liegen, gemessen an dem Temperaturwert von 1850, wenn möglich soll er unter 1,5° bleiben.

Der Weltklimarat unterrichtet die Politik über die Werte zur Klimawende, dazu wurden 4 Arbeitsgruppen gebildet. Alle 5 Jahre erfolgt eine Bestandsaufnahme was erreicht wurde und was zu tun ist.

Die Erdoberfläche ist zu 70% von Ozeanen bedeckt, diese erzeugen die Hälfte des Sauerstoffs und liefern 20% der Proteine. Im Wasser befindet sich eine reichhaltige Artenvielfalt aber auch Korallenriffe, die von Algen leben. Vom Algensterben speziell im Barrier Reef vor Australien wurde schon viel berichtet, verschwinden die Algen durch zu hohe Wassertemperaturen, sterben die Korallen ab. Das Barrier Reef hat bereits die Hälfte der Korallen verloren, gemessen ab 1986, bei einer Erwärmung um 1,5° werden 90% des Riffs tot sein.

Die Meere absorbieren 90% der Wärme und 25% des Kohlenstoffdioxids, sie dehnen sich aber durch die Aufnahme von Schmelzwasser aus, dadurch hebt sich der Meeresspiegel und bringt somit viele Inseln in Gefahr. Wenn theoretisch alles Eis schmelzen würde, hebt sich der Meeresspiegel um 65 m. Die Erwärmung liegt jetzt bei 1° (ab 1850), man hat errechnet, dass die Grenze von 1,5° bereits bis zum Jahr 2040 erreicht werden kann, wenn nicht in erheblichem Umfang gegengesteuert wird. Die einzige Möglichkeit die Ozeanversauerung zu bekämpfen, ist die Verringerung des Ausstoßes von Kohlendioxid. Es würde allerdings viele Tausend Jahre dauern, bis sich das Wasser vollkommen erholt hat.

Die Wassererwärmung hat auch Einfluß auf den Fischfang, die Tiere wandern in kältere Gewässer ab, dies können wir ja auch bereits in der Nordsee feststellen, hier haben sich Arten aus südlicheren Breiten angesiedelt, die vor ein paar Jahrzehnten noch nicht hier waren.

Starke Auswirkungen der Erwärmung und Sauerstoffmangel sind Ursachen des Klimawandels. Wirtschaftliche Schäden durch Extremereignisse wie Überflutungen werden künftig keine Seltenheit mehr sein.Durch Hitzewellen werden Gegenden entstehen, die für Menschen nicht mehr geeignet sind. Auf der anderen Seite hat man errechnet, dass der Wasserspiegel an unseren Küsten gegen Ende des Jahrhunderts um etwa 6 m steigen könnte, wenn hier nicht entsprechend gegengesteuert wird.