Umbau der Queen Elizabeth 2 - Vortrag von Eckart Knoth

Seit 1973 war Eckart Knoth Geschäftsführer bei Hapag Lloyd. Den Werften ging es schon seit längerer Zeit schlecht, daher war man besonders darüber erfreut, dass es E. Knoth gelang, einen Großauftrag nach Bremerhaven zu holen - den Umbau der France zur Norway. Es war der erste Umbau von Kreuzfahrschiffen und brachte der Werft eine große Reputation ein. Durch pünktliche Auslieferung wurde man in der ganzen Welt bekannt und es folgten zahlreiche Schiffe aus Rußland wie z.B. die Maxim Gorki.

Nach vielen Verhandlungen mit der Cunard Linie in England gelang E. Knoth der große Wurf mit dem Erhalt des Auftrages zum Umbau der Queen Elizabeth 2 - kurz genannt QE2, mit einem Volumen von über DM 300 Mio. Solch ein Vorhaben verlangte äußerste Präzision und man baute ein Modell 1:20 mit allen Details, um die Arbeiten exakt zu planen. Eine große Herausforderung war der Umbau der Maschinen, bisher verfügte das Schiff über Dampfturbinen, jetzt sollen Dieselaggregate eingebaut werden. Normalerweise wird dazu ein großes Loch in eine Seitenwand geschnitten, hier entschied man sich, die Schornsteine abzunehmen und alle Teile mittels eines riesigen Schwimmkrans herauszuholen, 4500 Tonnen Stahlschrott wurden aus dem Schiffbauch entfernt. Dafür erhielt das Schiff neue MAN-Dieselmotoren, mit 130.000 PS erreichte es eine Geschwindigkeit von 33 Knoten, das sind rund 60 km/h und sparte 280 t Diesel pro Tag. Die QE2 war damit das schnellste Handelsschiff der Welt.

Natürlich gab es bei dem Umbau viele Probleme, die vorher nicht  kalkuliert werden konnten, z.B. stellte man an der Alu-Verkleidung große Risse fest, was den zugesagten Termin von 179 Tagen verzögern könnte. Anläßlich einer Probefahrt wurde ein Lager an einer Welle aufgrund von Toleranzen zu heiß, das Schiff lag in der Nordsee vor Anker, und  man mußte ein neues Teil  mit einem Hubschrauber  einfliegen lassen. Die Zeit saß immer allen im Nacken, die  179 Tage für den Umbau waren einzuhalten, jeder Tag Verzögerung hätte DM 1,5 Mio Konventionlstrafe bedeutet.