Notfallseelsorge in Bremerhaven

Notfallseelsorge in Bremerhaven

Vortrag von Pastor Reinhard Niehaus am 4.1.2018

Dieses Thema rückt im normalen Leben meist in den Hintergrund, aber wenn der Notfalleintritt, wird das Leben oft von einem Augenblick auf den anderen total verändert. Nach einem Unfall auf der Straße, am Arbeitsplatz oder auch in der Wohnung ist nicht immer eine vertraute Person zugegen, hier hilft die Notfallseelsorge.

Angefangen hat es nach dem schweren ICE Unglück in Eschede im Jahr 1998, danach gründeten sich die ersten Organisationen. In Bremerhaven wurde diese Einrichtung nachdem Absturz eines Passagierflugzeuges kurz nach dem Start vom Luneort in die Weser ins Leben gerufen. Das Flugzeug versank im Wasser, drei Menschen konnten noch gerettet werden, davon erlag eine Person den schweren Verletzungen auf dem Transport ins Krankenhaus, nach den weiteren Passagieren des Flugzeugs wurde lange gesucht.

Die Notfallseelsorge steht 24 Stunden am Tag allen Menschen, ungeachtet der Religionszugehörigkeit, zur Verfügung, mehrere Pastoren teilen sich den Bereitschaftsdienst.  

Bei Ihren Einsätzen fragen die Mitarbeiter von Rettungswagen, Feuerwehr, Polizei und auch der Notarzt, ob ein Seelsorger gewünscht wird, wenn ja, wird dieser sofort von der Polizei abgeholt, da er z.B. bei einem Verkehrsunfall sonst nicht schnellstens an den Ort kommen kann. Aber auch Helfer sind von Notfallen betroffen, Bilder von Unglücken können so schrecklich sein, und ein Gespräch ist dann oft hilfreich.

Pastor Niehaus erklärte, dass er mitunter eine lange Zeit neben einem Betroffenen sitzt,ohne ein Wort zu sprechen, allein die Anwesenheit ist in diesem Moment überaus wichtig.Der Seelsorger bleibt of stundenlang vor Ort, bis Verwandte eintreffen und er nicht mehr benötigt wird.Die meisten Einsätze liegen im häuslichen Bereich, wenn z.B. eine Todesnachricht überbracht werden muss oder wenn Angehörige nach solch einem Todesfall begleitet werden. Im Jahr 2017 gab es 72 solcher Einsätze.