Kriegsgräber

Von: Klaus Gnerlich

Die Senioren Union beim Vortrag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Frau Isar Nolle, Landesgeschäftsführerin des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge aus Bremen referiert zu dem Thema "Wer an Europa zweifelt, sollte Soldatenfriedhöfe besuchen"

Die Soldatenfriedhöfe zeigen die ganze Tragik der großen Kriege. Im Jahre 1919, also nach dem ersten Weltkrieg, wurde die Kriegsgräberfürsorge gegründet, sie pflegt im Auftrag der Bundesrepublik deutsche Gräber im Ausland - nicht nur von Soldaten, sondern auch von anderen, die im Krieg umgekommen sind. Diese haben laut internationalen Abkommen ein "dauerndes Ruherecht", d.h. sie dürfen nicht entfernt werden, erlaubt ist es jedoch, eine Umbettung von kleineren Feldern oder Einzelgräbern auf größere Friedhöfe vorzunehmen. Im Jahr 2017 erfolgten 27.100 solcher Umbettungen.

Die Schirmherrschaft übernimmt der jeweilige Bundespräsident. Die Organisation betreut Anfragen in Fragen von Kriegsgräbern, mit den heute zur Verfügung stehenden Daten - es sind mittlerweile 4,9 Mio Datensätze - können auch Auskünfte über lange zurückliegende Grabstätten gegeben werden.

Es werden kostengünstige Reisen zu Gräbern angeboten und dadurch auch die Begegnung junger Menschen gefördert, die in den Ferien an Einsätzen zur Pflege der Gräber teilnehmen. In der Obhut des Verbandes befinden sich 833 Kriegsgräberstätten in 46 Staaten mit 2,7 Mio Kriegstoten. Jedes Jahr werden heute noch ca 35.000 Anfragen über den Verbleib von Angehörigen gestellt, der Volksbund arbeitet eng mit dem Roten Kreuz zusammen.

Die Finanzierung erfolgt durch die Bundesrepublik, der Rahmen reicht allerdings nicht aus, so dass man auf Mitgliedsbeiträge, Spenden, Erbschaften und Sammlungen angewiesen ist. Heute, am 2.2.2018, jährt sich das Ende der Schlacht um Stalingrad zum fünfundsiebzigsten Male, es werden von den Regierungen Kränze niedergelegt in der Hoffnung, dass sich solche Ereignisse niemals wiederholen werden.