Hennig Goes - der "Mr. Sail"

Im Jahr 1975 beschloß die Stadtverordnetenversammlung, ein Büro "Bremerhaven-Werbung" einzurichten, besetzt wurde es mit dem Jounalisten Hennig Goes und einer Mitarbeiterin. Mehr als 30 Jahre stand H. Goes an der Spitze dieses Büros, als Pressesprecher,  Tourismus-Chef und als einer der Geschäftsführer der BIS. Sein Lebenswerk war allerdings die Sail.

Als im Jahr 1977 die Feiern zum 150-jährigen Jubiläum der Stadt Bremerhaven von ihm geplant und organisiert wurden, bekam H. Goes Verbindung zur Sail Training Association in London und er gründete daraufhin mit einigen Gleichgesinnten die Schiffergilde Bremerhaven. Das Ziel des Vereins war die Pflege der maritimen Kultur, als erstes schaffte man den Finkenwerder Kutter "Astarte" an.

Das starke Interesse bei einer Windjammerparade - zum 150-jähringen Jubiläum kamen immerhin ca 100.000 Besucher - wuchs die Idee bei H. Goes immer mehr, solche eine Veranstaltung touristisch zu vermarkten und so erfand er die "Sail" 1986. Er holte die größten und schönsten Windjammer der Welt zu dieser Parade nach Bremerhaven, hier wurden ja schließlich mehr als 200 der größten Segler gebaut.Die Kontakte, die er  mit der Sail Training Assiociaton geknüpft hatte, halfen ihm sehr bei der Planung.

Die erste Sail stand unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Richard von Weizäcker und bei herrlichstem Wetter bestaunten Hunderttausende von Zuschauern aus ganz Deutschland auf dem Weserdeich die Parade. Dieses Windjammer-Festival war der Auslöser für den maritimen Tourismus in Bremerhaven. Weitere folgten in den Jahren 1990 - 1992 - 1995 - 2000 - 2005 - 2010 - 2015.

Im Jahr 1990 wurde das Büro Bremerhaven-Werbung, in das das Verkehrsamt der Stadt eingegliedert wurde,  in eine städtische Gesellschaft umgewandelt und zwar in die Tourismusförderungsgesellschaft Bremerhaven mbH, zum Geschäftsführer wurde Hennig Goes ernannt. Zehn Jahre später wurde diese Gesellschaft mit der neugegründeten BIS - Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung -  zusammengelegt, H. Goes wurde einer der beiden Geschäftsführer.


Die Sail war nach wie vor sein "liebstes Kind", obwohl es immer schwieriger wurde, die Großsegler nach Bremerhaven zu bekommen. Die Schulschiffe aus den verschiedensten Nationen kamen zu Anfang ohne Berechnung, jetzt nur noch gegen Bezahlung. Die Einladungen gehen über die Militär-Attachés  für die Marine der einzelnen Länder. Ohne Sponsoren geht das Ganze natürlich nicht, deshalb wird jetzt auch auf die Windjammerparade verzichtet, diese kostete ca € 70.000,00. Stattdessen begnügt man sich jetzt mit der Einlauf-Parade in den Hafen.