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Die Amnerikaner in Bremerhaven

Zu diesem Thema hatten wir Herrn Dr. Rüdiger Ritter vom Museum der 50er Jahre eingeladen und erhielten Informationen, die die Jugendzeiten vieler Senioren ins Gedächtnis zurückriefen.
Als im Mai 1945 die Stadt Bremerhaven durch Luftangriffe großflächig zerstört wurde, verschonte man den Hafen, da dieser später genutzt werden sollte. Die amerikanische Besatzungszone war eigentlich im Süden Deutschlands, doch es wurde ein Hafen für die Versorgung der Truppen benötigt. England, das den Nordwesten von Deutschland besetzt hatte, verfügte bereits über Hamburg und so erhielt Amerika Bremen und Bremerhaven inmitten britischen Gebietes.
Bremerhaven wurde schnell zu dem wichtigsten Hafen Europas und galt als Vorort von New York, über den alle Soldaten und Versorgungsgüter ankamen. Selbst als die Luftbrücke nach Berlin eröffnet wurde, nutzte man Bremerhaven als Stützpunkt für ankommende Fracht. Auch, was viele nicht wissen, die ersten D-Mark Scheine wurden in den USA gedruckt und per Schiff nach Bremerhaven verbracht, von dort aus ging es mit Sonderzügen nach Frankfurt.
In Bremerhaven waren zwischen 3000 und 4000 Soldaten aus allen Waffengruppen - Luftwaffe - Marine - Heer und sogar die Ledernacken waren hier stationiert.
Die Carl-Schurz-Kaserne beinhaltete alles, was für Soldaten und ihre Familien gebraucht wurde, Einkaufsmöglichkeiten, Kino, Schnellrestaurants, Theater, Sportanlagen und eine Kirche (heute das Museum der 50er Jahre). Es gab sogar spezielles Geld, mit dem bezahlt wurde, um den Dollar nicht zu verwenden. Typische Dinge wie Hamburger, Coca Cola, Ice Cream wurden später nicht nur in der Kaserne sondern auch in den umliegenden Geschäften angeboten. Bremerhaven stellte sich auf die Bedürfnisse der Amerikaner ein. Kneipen, Bars, Vergnügungsviertel wurden erbaut, sogar ein bayerischer Biergarten, denn für viele Amerikaner ist Deutschland eben Bayern.
Aus den Besatzern wurden Freunde,   obwohl zu Anfang ein spezielles Dokument erforderlich war, wenn GIs Deutsche besuchen wollten. Zigaretten, Perlonstrümpfe und andere „Luxusgüter“  wurden zu Tauschartikeln und waren bei den Deutschen sehr begehrt.
Natürlich brauchte das Militär auch Hilfskräfte, es wurde eine große Anzahl von Arbeitsplätzen geschaffen und alles was in Amerika Mode wurde, kam als erstes nach Bremerhaven, die amerikanische Lebensweise beeinflusste das Stadtbild wie z.B. Straßenkreuzer. Der jährlich stattfindende „Ami-Markt“ das Deutsch-Amerikanische Volksfest auf dem Phillipsfeld mit typischen Dingen, natürlich Hamburgern und Ice Cream, ist den meisten Bremerhavenern noch in bester Erinnerung.
Man konnte sich eigentlich gar nicht vorstellen, dass sich diese Situation einmal ändern würde, jedoch mit dem Fall der Berliner Mauer war der Kalte Krieg beendet. Die Besatzungsmächte in Deutschland zogen ab, so auch die Amerikaner aus der Carl-Schurz-Kaserne im Jahr 1993. Dass dies die gesamte Wirtschaft beeinflusste, ist vorstellbar, Arbeitsplätze gingen verloren und den Geschäften fehlten wichtige Umsatzträger. Der Vorort von New York wurde geschlossen.

wieder da!

Bettina Hornhues MdB

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